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Wohnung gefunden

Judith und Wolfgang berichten von ihrer gelungenen Vermietung

Geflüchtete wohnen in Viernheim

Nachdem die Sprachbarrieren für Geflüchtete in Viernheim langsam aber sicher abgebaut werden stellt sich die Frage nach einer Wohnung, denn gerade das Leben in einer großen Gemeinschaftsunterkunft, wie z.B. in der Bunsenstraße ist sehr anstrengend. Viele Asylbewerber haben nun eine Anerkennung, besuchen fleißig die Sprachkurse und etliche sind auch schon in feste Arbeitsstellen vermittelt worden.

Gerade diese Menschen brauchen ihre Nachtruhe, die in Sammelunterkünften nicht immer möglich ist. Daher sind diese Menschen sehr glücklich wenn sie eine private Wohnung finden. In loser Folge möchten wir daher gelungene Vermietungen an Geflüchtete vorstellen um auf diese Wohnungsproblematik aufmerksam zu machen. Natürlich gibt es auch viele Alt-Viernheimer die günstigen Wohnraum suchen. Diese beiden Gruppen wollen wir nicht gegeneinander ausspielen, sondern das Sozialamt der Stadt Viernheim ist für alle Wohnungssuchenden mit geringem Einkommen kompetenter Ansprechpartner und bietet alle nötigen Hilfen an.

Heute möchten wir Ihnen Judith Diesterweg und Wolfgang Ott vorstellen, die eine 2-Zimmerwohnung an Yonas (35 Jahre) und Ferdinal (30 Jahre) vermieten:

Warum wolltet ihr unbedingt weg von der Bunsenstraße?

Ferdinal: In der Bunsenstraße wohnen in jedem Stock 20 Personen. Alle haben eine gemeinsame Küche und eine gemeinsame Toilette. Da gibt es immer Probleme mit der Sauberkeit.

Dann fragen wir gleich mal Judith und Wolfgang: Klappt es denn hier besser mit der Sauberkeit?

Judith: Das klappt super. Die Wohnung ist total ordentlich und immer aufgeräumt. Sie sorgen sogar freiwillig für Ordnung und Sauberkeit in unserem Hof. Eigentlich wollten wir ja gar nicht vermieten, aber wir haben die beiden über den Sprachkurs kennengelernt den ich leite. Sie haben mich und Wolfgang immer wieder mal zu sich eingeladen und haben auch für uns gekocht. Wir haben schon gesehen, dass ihre Zimmer dort immer blitzblank aufgeräumt waren. Aber das mit den Gemeinschaftsräumen wird man nicht in den Griff bekommen bei so vielen Nutzern. Schließlich hatten wir Mitleid mit den beiden und haben uns gesagt, dass wir es einfach mal probieren wollen. Schließlich standen die 2 Zimmer lange leer.

Und dann habt ihr die beiden Zimmer renoviert und hergerichtet?

Wolfgang: Ja, das ging zwar langsam. So wie wir Zeit hatten. Aber Yonas und Ferdinal haben uns tatkräftig dabei unterstützt. Das hat uns sehr beeindruckt. Zusätzlich bekommt man auch Geld vom Flüchtlingsamt für die Einrichtung.

Judith: Das Gute dabei ist das wir die Miete immer sicher bekommen. Am Anfang hat das Sozialamt gezahlt und mittlerweile übernimmt das Jobcenter die Mietzahlungen. Bis auf den Strom, den müssen die beiden selbst zahlen.

Wie hoch darf denn die Miete sein?

Wolfgang: Für 2 Personen zahlt das Jobcenter maximal 350 Euro Grundmiete plus die Nebenkosten. Für eine Einzelperson werden bis zu 290 Euro bezahlt.  Wir verlangen aber weniger. Insgesamt bekommen wir 350 Euro warm. Den Strom zahlen die beiden direkt an die Stadtwerke.

Gibt es denn auch Reibungspunkte und Schwierigkeiten?

Judith: Nein, eigentlich nicht. Gut, am Anfang mussten wir sie einweisen in die Mülltrennung. Das wird in der Bunsenstraße nicht praktiziert. Aber das haben sie gleich verstanden. Ich habe ihnen auch erklärt, dass wir unsere Wäsche immer im Hof zum Trocknen aufhängen und den Wäschetrockner aus Umweltschutzgründen nur im Notfall verwenden. Auch das haben sie gerne akzeptiert, schließlich wollen sie ja auch ihre Stromzahlungen gering halten. Es ist für sie neu zu erfahren, dass auch wir sparsam wirtschaften müssen und für Neuanschaffungen Geld ansparen müssen. Sie dachten immer, dass wir uns immer alles sofort kaufen können was wir wollen.

Ferdinal: Wir sind jeden Tag glücklich, dass wir unsere eigene Wohnung haben dürfen. Wir sind Judith und Wolfgang sehr dankbar.

Wie geht es denn mit euch beiden weiter, Yonas und Ferdinal?

Yonas: Wir machen jetzt erst mal den Sprachkurs beim Lernmobil fertig und dann suchen wir uns eine Arbeit. Das geht im Moment noch nicht weil wir jeden Morgen Deutschkurs haben.

Ihr macht alle zusammen einen sehr zufriedenen Eindruck.

Wolfgang: Das ist auch so. Wir kommen sehr gut miteinander aus und manchmal treffen wir uns auch im Garten und reden einfach miteinander. Manchmal sehen wir uns aber auch tagelang überhaupt nicht weil jeder sein eigenes Leben lebt. Die beiden leben auch ziemlich für sich und bekommen kaum Besuch.

Was könntet ihr potentiellen Vermietern noch raten?

Judith: Am besten ist es, wenn man sich vorher kennenlernt. Es gibt ja viele Begegnungsmöglichkeiten und auch die deutschen Tandempartner kennen ihre Paten. Man kann sich mit Tandempartnern unterhalten und bekommt auch fachliche Unterstützung durch das Sozialamt der Stadt Viernheim. Man kann das ja auch bestimmen an wen man vermieten möchte: Ein Mann oder zwei, lieber Frauen oder eine Familie. Das liegt am Vermieter.

Gemeindereferent Herbert Kohl: Ich danke euch für das Gespräch und wünsche euch alles Gute.

Kontakt:

Stadt Viernheim Amt für Soziales und Standesamt
Sylvia Albrecht 06204 988-375 salbrecht@remove-this.viernheim.de
Kettelerstr. 3 68519 Viernheim

 

Projekt „Ich bin ein Viernheimer“

Gemeindereferent Herbert Kohl

06204/6011515 hkohl@sankt-himi.de