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Berufliche Integrationslotsen ausgebildet

Zertifikatsübergabe durch Pfarrer Ignatius Löckemann und Bürgermeister Matthias Baaß

Viernheim. . "Es kann niemand erwarten, dass Geflüchtete schon nach einem halben Jahr in den Arbeitsprozess eingreifen können. So etwas funktioniert natürlich nicht, denn Integration braucht Zeit", betont Bürgermeister Matthias Baaß. Darüber hinaus ist kompetente Begleitung auf dem Weg zu einer Anstellung gefragt. Unterstützung bietet die Initiative "Ich bin ein Viernheimer", die nun 17 ehrenamtliche Helfer zu beruflichen Integrationslotsen ausgebildet hat. Bei einer kleinen Feierstunde im Gemeindesaal von St. Hildegard erhielten die Flüchtlingshelfer ihre Zertifikate. Die Stadt dankte für das bürgerschaftliche Engagement mit Einkaufsgutscheinen für die Innenstadt-Geschäfte.

Vier Workshops

Pfarrer Ignatius Löckemann zeigte sich positiv überrascht, wie schnell das von der Pfarrgemeinde St. Hildegard-St. Michael initiierte Projekt "Ich bin ein Viernheimer" seine Kreise gezogen hat. "Vor dieser großen Bereitschaft zahlreicher Mitbürger zu helfen, kann man nur den Hut ziehen. Viele Menschen haben in den vergangenen Monaten ihre Ideen eingebracht und auch bei der Umsetzung mitgeholfen", lobte der Geistliche das bürgerschaftliche Engagement. Die Schulung der Integrationslotsen war in vier Workshops zu unterschiedlichen Themen untergliedert. Dabei ging es um Gründe und Ursachen der Flucht, die Schulsysteme der Herkunftsländer und den Erwerb der deutschen Sprache.

Informationen gab es zu Asylverfahren, den Rahmenbedingungen für den Zugang zum Arbeitsmarkt sowie den Aufgaben der Kreisverwaltung. Die Agentur für Arbeit informierte über ihre Angebote, außerdem ging es um Arbeitgeberservice, Berufsberatung und was bei einer Ausbildung sowie bei Praktika zu beachten ist. Zum Abschluss berichteten Vertreter des Jobcenters über spezielle Angebote für Geflüchtete.

Die neuen Integrationslotsen sollen die Geflüchteten künftig bei Berufswahl, Organisation von Praktika, Arbeitsvermittlung, Ausbildung oder Studium begleiten. "Das soll möglichst passgenau erfolgen, es müssen also auch die individuellen Möglichkeiten berücksichtigt werden", erklärte Annette Reinhardt-Klee vom Sozialbüro St. Hildegard-St. Michael. In regelmäßigen Treffen sollen die Helfer ihre Erfahrungen schildern und sich so gegenseitig weiterbilden.

Die Integrationshelfer sind insbesondere dann gefordert, wenn die Flüchtlinge ihren Sprachkurs absolviert haben. Damit sei die wichtigste Voraussetzung für eine Ausbildung, ein Studium oder für einen Arbeitsplatz gegeben. Das Konzept für die Workshops hatten das Sozialbüro, der Arbeitskreis Beruf und die städtische Wirtschaftsförderung gemeinsam entwickelt. JR

© Südhessen Morgen, Montag, 13.02.2017